Allgemein

1 August 2010

Dreiviertelrechts im Hintergrund: die Frauenkirche.

Und erstens kommt es anders und zweitens als man es vorab bloggt. Gerade mal drei Couchen durfte ich beschlafen, bevor ich mein eigenes Bett in einer neuen Stadt aufgestellt habe. Das war anders geplant. Es war auch nicht geplant diesen Blog ein Jahr in Winterschlaf zu schicken. Auf jeden Fall war es nicht geplant das druckkopfkino einzufrieren. Und deswegen schreit euer RSS-Reader wieder.

Bevor es hier wieder Meinungen über Berichte aus der Turing-Galaxis gibt, will ich meine Leser auf den Stand bringen, was im letzten Jahr in Wirklichkeit passiert ist. Zwei Tage nach meinem letzten Beitrag schrieb ich die Mail, auf Grund derer ich zwei Wochen später in dem Raum mit der Kalaschnikow-Lampe saß. Vier Wochen darauf wurde der Konferenzledersessel unter meinem Hintern gegen einen Bürodrehstuhl getauscht und ich war angekommen in der Welt der Schulterblicke, Telkos, Statuscalls und Konfis.

Seit dem verbringe ich die meiste Zeit des Tages damit Konzepte für online-Projekte einer großen deutschen Agentur zu schreiben. Ohne Aufforderung gehe ich nicht darauf ein, welchen Teil im Projektablauf ein Online-Konzepter genau übernimmt. Wenn meine Leser Interessiere daran bekunden, werde ich natürlich gerne alle schmutzigen Details vor euch ausbreiten. Lasst mir einfach einen Kommentar unter diesem Artikel da und ich leg los.

[Pic related: Der Ausblick der Konferenzräume der Agentur.]

Telefonseelsorge

“Ok, wie alt ist der Mac Deines Mitbewohners?”
“Kein Ahnung. Ich hab das Modell noch nie gesehen.”
“Ok, ist der weiß oder bunt?”
“Grau.”
“Ok. Grau mit buntem Apple-Logo???”
“ÄÄh, Peter, nimm mal Deine Hefte da weg. Nein, weißes Logo.”
“Aha, also…”
“G4 steht hier!”
“Oook. Ääh, G4, ääh, hat der’n OSX drauf?”
“‘n Ooh Ees Icks?”
“Ja, ‘n Mac OS10, ‘n OS x.”
Peter is da ‘n … O.S.Icks drauf? … Weiß er nicht.”
“Ok, sind die Fenster bunt oder grau?”

“Er sagt grau.”
“Oh, das is…”
Glaubt er.
“Ok, sind die Ecken rund oder eckig?”
“Ääääh, sie sehen rund aus.”
“Ah, er läuft, Du sitzt am Bildschirm?”
“Ja.”
“Sieht es so aus, wie auf Deinem MacBook??”
“Ja.”
“Cool, dann können wir auf Deine Platte mit Firewire zugreifen und vielleicht noch ein paar Daten retten.”
Feuerwehr???

68/08

Es lebe der Tagtraum

Eine schöne Seite am Studium: Der geneigte Designstudent kann seiner Liebe zu provozierenden Arbeiten oder politischen Aussagen freien Lauf lassen. Die Kehrseite an der Zeit nach dem Studium: Der geneigte Designstudent kann nicht wissen, welche Arbeit welche Agentur an- oder abtörnt. Kreativ sind wir ja alle und um die Ecke denken können wir auch alle und Spaß an Provokation haben wir… nun.. nicht alle.

Was macht der Designstudent dann mit Arbeiten, die gut gedacht sind aber zu direkt für das eigene Portfolio? Was macht er mit den Arbeiten, die er cool findet, für die er aber nicht die Zeit gefunden hat, ihnen das Finish zu verpassen, das sie verdient haben?

Kann ich auch nicht beantworten. Deswegen jetzt zu was völlig anderem: Beim Durchstöbern meiner Projektordner nach repräsentativen Textarbeiten bin ich auf dieses fast schon vergessene Projekt aus dem letzten Sommer gestoßen. Begonnen hat die Entwicklung als eine Antwort auf die Arroganz der Alt-68er, die an unserer Hochschule für das Symposium 1968 heute gastierten. Wir waren die ganze Zeit aktiv und produktiv. Da wir aber lieber unsere Kommilitonen motiviert haben ihre politsche Meinung zu äußern anstatt ein Magazin über die Typographie der 1960er Jahre zu machen, habe ich jetzt nichts aus diesem Semester in der Hand, dass ich Interessierten unter die Nase halten kann.

Es gäbe da diesen knapp zwei Quadratmeter großen Beweis, dass die sexuelle Revolution keinen Fortschritt in der Gesellschaft gebracht hat – das Risiko damit jemanden zu verstören anstatt zu begeistern ist allerdings äußerst hoch. Irgendwo am Rand sind noch De-Branding Arbeiten entstanden. Zu verstehen sind sie als ein Aufruf an alle Generationen sich Gedanken über die eigenen und die fremd bestimmten Idole zu machen. Bei denen bin ich mir unsicher an welchem Platz in der gut-schlecht-fertig-unfertig-Dimension sie stehen.

Klirr  Du und ich   1943  Kommune 1  Kuba

Besuch

Würzburg am vergangenen Dienstag

Angela war da. Es hatte etwas archaisches wie die Führer des Landes oben auf der Bühne standen und unten das Volk abwechselnd und wahlweise Ge- und Missfallen darüber äußerten, was die politische Spitze zum besten gab. Nach meinem Eindruck hielten sich die beiden oppositionellen Parteien im Publikum die Waage. Als archaisch empfand ich das Level, auf dem die beiden Kommunikationspartner aneinander vorbei geredet haben. Frau Merkel oben hat beinahe konsequent ignoriert, dass ganz offensichtlich jede Menge Menschen vor ihr standen, die nicht mit der Politik ihrer Regierung übereinstimmen. Und das Publikum stand wie die Schafe vor der Merkel und hat laut geblökt, wenn ein Satz besonders gut ge- oder missfallen hat. Ich habe mich daran gewöhnt unter die Meinung, die jemand äußert, nach einem Mausklick meine eigene in gut gewählten Wörtern entgegen zu setzen. Frau Merkel hat sich auch so über den Dialog mit ihrem Publikum gefreut.

Ich dachte, es wäre inzwischen klar, das politischer Diskurs im Internet total super funktioniert. (An dieser Stelle sei nochmal auf die Debatierplattform Wahlkampfarena aufmerksam gemacht.) Wir sind es wahrscheinlich zu sehr gewohnt, Politik als Reden, Demonstrationen und Fernsehübertragungen zu erleben. Das der einzelne Bürger in die Diskussion eingreifen kann ist für Politiker wahrscheinlich ebenso ungewöhnlich, wie für den einzelnen Bürger selbst. Wenn man sich an den Gedanken gewöhnt, eine Plattform zu haben in der jede Stimme in der Lautstärke gleich groß ist, wirken elektronisch verstärkte Parolen der Bundeskanzlerin, nun, archaisch eben.

//Originalbild von .: sandman unter cc-by-nc-sa/2.0Lizenz. //

start.dkk

Der letzte Blogeintrag liegt länger zurück. Das hat einen guten Grund: Ich habe mich darauf konzentriert meine Hompage fertigzustellen. Im Prinzip ist es ein online-Portfolio, auf dem es noch ein paar Informationen zu meiner Person gibt. Es hat mich trotzdem etwas Zeit gekostet, mich in CMSimple, html, php und javascript zurecht zu finden – und gestalterische Hürden zu nehmen. Spaß gemacht hat es aber auch. Die nächsten Tage wird sich die Seite noch verändern. Ich werde ein wenig Content hinzufügen, ein paar Dinge umgestalten. Soweit ist die Site aber in einem Zustand, in der ich die ersten Augen drauf los lassen will. Also schaut euch auf www.druckkopfkino.de um. Ich bin scharf auf Feedback.

Übrigens: In Folge des Seitenstarts wird dieser Blog nur noch unter blog.druckkopfkino.de zu erreichen sein – und über diverse links. ich hoffe, ihr findet trotzdem eueren Weg hierher.