Archive for the 'Kuriositäten' Category

Telefonseelsorge

“Ok, wie alt ist der Mac Deines Mitbewohners?”
“Kein Ahnung. Ich hab das Modell noch nie gesehen.”
“Ok, ist der weiß oder bunt?”
“Grau.”
“Ok. Grau mit buntem Apple-Logo???”
“ÄÄh, Peter, nimm mal Deine Hefte da weg. Nein, weißes Logo.”
“Aha, also…”
“G4 steht hier!”
“Oook. Ääh, G4, ääh, hat der’n OSX drauf?”
“‘n Ooh Ees Icks?”
“Ja, ‘n Mac OS10, ‘n OS x.”
Peter is da ‘n … O.S.Icks drauf? … Weiß er nicht.”
“Ok, sind die Fenster bunt oder grau?”

“Er sagt grau.”
“Oh, das is…”
Glaubt er.
“Ok, sind die Ecken rund oder eckig?”
“Ääääh, sie sehen rund aus.”
“Ah, er läuft, Du sitzt am Bildschirm?”
“Ja.”
“Sieht es so aus, wie auf Deinem MacBook??”
“Ja.”
“Cool, dann können wir auf Deine Platte mit Firewire zugreifen und vielleicht noch ein paar Daten retten.”
Feuerwehr???

68/08

Es lebe der Tagtraum

Eine schöne Seite am Studium: Der geneigte Designstudent kann seiner Liebe zu provozierenden Arbeiten oder politischen Aussagen freien Lauf lassen. Die Kehrseite an der Zeit nach dem Studium: Der geneigte Designstudent kann nicht wissen, welche Arbeit welche Agentur an- oder abtörnt. Kreativ sind wir ja alle und um die Ecke denken können wir auch alle und Spaß an Provokation haben wir… nun.. nicht alle.

Was macht der Designstudent dann mit Arbeiten, die gut gedacht sind aber zu direkt für das eigene Portfolio? Was macht er mit den Arbeiten, die er cool findet, für die er aber nicht die Zeit gefunden hat, ihnen das Finish zu verpassen, das sie verdient haben?

Kann ich auch nicht beantworten. Deswegen jetzt zu was völlig anderem: Beim Durchstöbern meiner Projektordner nach repräsentativen Textarbeiten bin ich auf dieses fast schon vergessene Projekt aus dem letzten Sommer gestoßen. Begonnen hat die Entwicklung als eine Antwort auf die Arroganz der Alt-68er, die an unserer Hochschule für das Symposium 1968 heute gastierten. Wir waren die ganze Zeit aktiv und produktiv. Da wir aber lieber unsere Kommilitonen motiviert haben ihre politsche Meinung zu äußern anstatt ein Magazin über die Typographie der 1960er Jahre zu machen, habe ich jetzt nichts aus diesem Semester in der Hand, dass ich Interessierten unter die Nase halten kann.

Es gäbe da diesen knapp zwei Quadratmeter großen Beweis, dass die sexuelle Revolution keinen Fortschritt in der Gesellschaft gebracht hat – das Risiko damit jemanden zu verstören anstatt zu begeistern ist allerdings äußerst hoch. Irgendwo am Rand sind noch De-Branding Arbeiten entstanden. Zu verstehen sind sie als ein Aufruf an alle Generationen sich Gedanken über die eigenen und die fremd bestimmten Idole zu machen. Bei denen bin ich mir unsicher an welchem Platz in der gut-schlecht-fertig-unfertig-Dimension sie stehen.

Klirr  Du und ich   1943  Kommune 1  Kuba

eine Fortsetzung mit dem Namen druckkopfkino

Herzlich Willkommen beim ersten Artikel des druckkopfkinos auf seiner eigenen Seite. Dort wo sie auch hingehört.

Wie jeder unanständige Blogger habe auch ich zu viel Zeit seit dem letztem Artikel verstreichen lassen. Nach wenigen Tagen häuften sich die Dinge, über die ich gerne geschrieben hätte und wenige Sekunden später waren die Themen schon nicht mehr aktuell. Der größte Lapsus, den ich mir eingestehe, stellt der spektakuläre Prozess gegen The Pirate Bay dar. Spektakulär finde ich dabei nicht mal wie der Prozess verlaufen ist – auch wenn unglaublich viele peinliche Momente für die Anklage gab und die Öffentlichkeit die Angeklagten und die Zeugen, die für die gesprochen haben, rührend unterstützt haben. Am spektakulärsten erschien mir die Berichterstattung. In Schweden scheint, wie in Deutschland, üblicherweise das Filmen und Fotografieren in Gerichtsälen verboten zu sein. Erlaubt war offensichtlich eine Audio-Aufnahme, die live in Internet auf verschiedenen Seiten gestreamt und von Menschen auf der ganzen Welt gespannt gehört wurde. Für Schweden nicht ungewöhnlich tagte das Gericht auf Schwedisch. Für Menschen, die dieser Sprache unmächtig sind, fand sich unter dem Schlagwort #spectrial eine kleine Community auf twitter ein, die den Prozess live übersetzt und kommentiert hat. Wer am Abend die Zusammenfassung auf einem Blog seiner Wahl gelesen hat, kannte die meisten Fakten schon.

Wem twitter nichts sagt, sollte schnell eine google Anfrage losschicken und sich informieren, was sich hinter diesem Namen verbirgt. Ich bin nicht der einzige, der vermutet, dass twitter aufzeigt, wie Nachrichten in Zukunft übermittelt werden könnten. Denn egal ob der Absturz des Fluges 1549 der US Airways oder die Attacke mit terroistischem Hintergrund auf Bombay, über twitter kommen die minutenaktuellen Nachrichten. Wer abends die Tagesschau sieht, dürfte in naher Zukunft schon gelangweilt sein. Ich sehe es nur noch als Frage der Zeit bis google einen Dienst erfindet, der twitter auf signifikante Korrelationen von tweets durchsucht und auspuckt wo in der Welt aktuell was spannendes passiert. TED und CeBIT wären bestimmt einfach zu finden.

Beide Veranstaltungen haben interessante Projekte ans Tageslicht gebracht, über die hoffentlich in Kürze die Zeit finde zu schreiben. Was ist sonst noch spannendes passiert? Oh, ich hab ein Diplom.

Strandgut

Wenn ich ein Script für ‘nen Kopfilm habe, den ich nicht sofort drehen kann, schreibe ich mir gerne kleine Memos, um das Material nicht zu verschwenden. Heut habe ich eins dieser Memos auf meinem Schreibtisch gefunden. Entweder wollte ich darauf festgehalten haben, was mich antreibt oder ich wollte festgehalten haben, was ich mir wünsche, was alle Menschen antreibt oder ich wollte mich daran erinnern welche Motivation ich nicht vergessen wollte oder…

Standgutauf meinem Schreibtisch

“Ooouh well, the laugh out loud cats! … They’re funny.”

Is gar nicht so lang her, dass ich über eins der erfolgreichsten Stücke Internetkultur geschrieben hab. Vor einer Woche ist den Kätzchen ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Weltherrschaft gelungen, der Sprung aus der virtuellen in die reale Welt. Der einzigen Ort der Welt, an dem die Grenzen zwischen den beiden Welten nicht mehr genau zu treffen sind, San Franciso, war Heimat für die erste LOLART-Ausstellung. Nach den Presseberichten ein voller Erfolg für alle Beteiligten

Jetzt mal im Ernst: So wird aus Internetkultur reale Kultur, aus Spinnerei Kunst. Die Coffee Bar, in der die Ausstellung statt fand, ist jetzt nicht das MOMA, aber so ist das nunmal mit den vom Himmel fallenden Meistern. Auf jeden Fall hat die Kuratorin große Pläne für ihre Kätzchen.

The goal is to start a lolart-movement and an internet art movement.

Sind wir auf dem Weg zu einem neuen Kunstbegriff? Weg vom institutionellen Kunstbegriff zu einem demokratischen, in dem die Bevölkerung selbst entscheidet, was sie in den Rang der Kunst erheben will?

Bevor ihr mich bittet auf den Boden zu kommen, bitte ich euch nicht abzuheben, wenn eure Ohren von den Kommentaren der Künstler, Galeristen und Kuratoren geschmeichelt werden. Respekt vor soviel Selbstbewusstsein und… Klasse. Splendid!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=gB1pVo5gTFI]

Quelle: youtube / SeanChapin1